| 2026-06-17 | |
Georges Bizets „Carmen“ ist das Repertoire des Wiener Opernsommers 2026. Vom 1. bis 18. Juli verwandelt Bühnenbildner Manfred Waba die Open-Air-Opernarena am Heumarkt in eine spanische Stierkampfarena – als atmosphärischer Rahmen dient die prachtvolle Seitenfassade des Wiener Konzerthauses, in Szene gesetzt durch eindrucksvolle Lichtprojektionen. Regie führt Dominik Am Zehnhoff-Söns, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Intendant Joji Hattori.
Für „Carmen“ versammelt der Wiener Opernsommer 2026 ein erlesenes Ensemble international profilierter Künstler:innen. In der Titelrolle ist die Amerikanerin Isabel Leonard zu erleben – eine der herausragendsten Mezzosopranistinnen ihrer Generation, Grammy-prämiert und an der New Yorker Met für ihre charismatische Bühnenpräsenz gefeiert, zuletzt auch als Carmen. In weiteren Vorstellungen übernehmen Na’ama Goldman und Ezgi Kutlu die Hauptrolle und bringen jeweils ihre eigene, unverwechselbare Interpretation von Bizets Heldin ein.
Als Don José sind der italienische Startenor Oreste Cosimo, der sich an europäischen Opernhäusern mit ausdrucksstarker Stimme und stilistischer Eleganz etabliert hat, sowie der preisgekrönte moldawische Tenor Dumitru Mîțu zu erleben. Die Rolle des Escamillo teilen sich zwei außergewöhnliche österreichische Baritone: Daniel Gutmann und Paul Armin Edelmann.
Als Micaëla kehrt Nathalie Peña-Comas zurück, die dem Wiener Opernsommer-Publikum bereits als Violetta aus dem Vorjahr in bester Erinnerung ist; an ausgewählten Abenden übernimmt die kroatische Sopranistin Gabriela Hrženjak diese Partie sowie die Rolle der Frasquita. Als Frasquita ist hauptsächlich die vielseitige Juliette Khalil zu erleben, sie ist nicht nur Publikumsliebling an der Volksoper, unlängst war sie auch eine der Hauptsolistinnen beim diesjährigen 70-Jahre-ESC-Galakonzert, bei welchem sie bekannte ESC-Hits in einer neuen sinfonischen Fassung, begleitet vom ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Christian Kolonovits, sang. Als Mercédès ist Sofiya Almazova zu hören. Die weiteren Partien gestalten Alexander Dimitrov (Zuniga), Leo Mignonneau (Moralès & Dancaïro) und Samuel Robertson (Remendado).
Feste Partner des Wiener Opernsommers sind das Wiener KammerOrchester und der Philharmonia Chor Wien. Zusätzlich kommt ein 16-köpfiges, von Jessica Wurzer choreografiertes Tanzensemble zum Einsatz.
Eine besondere dramaturgische Ebene erhält der Abend durch Hosea Ratschiller, Schauspieler, Kabarettist und Radiomacher, der in die Rolle des Komponisten Georges Bizet schlüpft. Zwischen den Akten erzählt er ein wenig über sich und die Entstehung der Oper, aber vor allem ersetzt er mit seinen kompakten Erzählungen über die Handlung die französischen Dialoge, während die vielgeliebte Musik vollkommen originalgetreu erklingt.
Die Veranstaltung geht ursprünglich auf eine Initiative des Vereins „Freunde des Wiener Opernsommers“ und des Intendanten Joji Hattori zurück. Mit der Vision, Wien als Kulturmetropole auch in den Sommermonaten lebendig zu halten, steht der Wiener Opernsommer für Zugänglichkeit, ohne auf künstlerische Exzellenz zu verzichten. Seit seinem Bestehen 2024 hat sich der Wiener Opernsommer zum fixen Bestandteil des Wiener Kultursommers etabliert. Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig steht der Wiener Opernsommer auch 2026 für höchste künstlerische Qualität und für jenes unverwechselbare Flair, das Wiens Sommerabende so besonders macht.
Bild : Andreas Tischler